Entrepreneurs und Entrenpreneurship: Bedeutung für die Gründerszene

Entrepreneur ist per Definition zunächst ein Begriff aus dem Französischen, der in der Übersetzung schlicht „Unternehmer“ bedeutet. Die weibliche Form lautet Entrepreneurin, wobei diese im allgemeinen Sprachgebrauch selten verwendet wird. Im aktuellen Sprachgebrauch gesellt sich die englische Vokabel „Entrepreneurship“ häufig hinzu und bezeichnet das „Unternehmertum“. Wünschst du dir jedoch eine etwas komplexere Antwort auf die Frage, was einen Entrepreneur bzw. eine Entrepreneurin tatsächlich ausmacht, dann lies dich ein hier im Wissensportal von LEXROCKET. Lass dir erklären, dass ein:e Entrepreneur:in und seine bzw. ihre Sicht auf das Unternehmertum weit mehr beabsichtigt, als ein Unternehmen zu gründen, es aufzubauen und Gewinne zu generieren. Vielmehr agiert ein:e Entrepreneur:in ein wenig wie ein Abenteurer:in, der bzw. die sich von Hürden und Problemen, die sich ihm bzw. ihr in den Weg stellen, nicht beeindrucken lässt.

Definition: Was ist ein:e Entrepreneur:in?

Wenn man Überlieferungen Glauben schenkt, wurde der Begriff Entrepreneur im 18. Jahrhundert zum ersten Mal verwendet. Er beschrieb vor fast dreihundert Jahren den Typus eines Unternehmensgründers, der trotz großer finanzieller Risiken als Selbstständige:r arbeiten wollte. Seither hat sich die Beschreibung eines Entrepreneurs für das Business der Gegenwart weiter gewandelt und geht über die eigentliche Definition eines Unternehmers und Geschäftsführers hinaus. Aktuell beschreibt die Welt der Wirtschaft denjenigen oder diejenige als Entrepreneur:in, der innovative Geschäftsideen mit aller Macht umsetzt. Demnach gründet ein: Entrepreneur:in sein Unternehmen und segelt dabei immer hart am Wind, allen Widersprüchen und Risiken der Unternehmensgründung zum Trotz. Er wird angetrieben von seiner Vision, will sie skalierbar und als Geschäftsmodell oft auch international zum Erfolg machen.

Das 20. Jahrhundert hat einige erfolgreiche Entrepreneure hervorgebracht, die du sicher auch kennst:

  • Jeff Bezos: Der Gründer von Amazon fing schon als junger Mann an, an diversen Geschäftsmodellen zu tüfteln. Heute gilt er als reichster Mann der Welt.
  • Steve Jobs: Er gehört zu den weltweit bekanntesten Entrepreneuren und baute als Apple-Mitbegründer ein Imperium auf.
  • Elon Musk: Er startete seine Karriere bei Paypal, später investierte er bei Tesla und SpaceX. Auch er gehört zu den Superreichen am internationalen Markt.
  • Günter Faltin: Er zählt zu den Großen der Entrepreneurship-Szene in Deutschland und lehrt mittlerweile als Professor an der Freien Universität in Berlin das Fach Entrepreneurship. Vorher gründete er selbst ein Unternehmen und wurde zum größten Importeur von Darjeeling-Tee.
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Fähigkeiten eines Entrepreneurs

Was Entrepreneure der Gegenwart antreibt, ist nicht nur ihr starker Wille zum Erfolg und der Ehrgeiz eine außergewöhnliche Geschäftsidee zu finden. Ausschlaggebend ist ihre Resilienz, das heißt, die Fähigkeit, Durststrecken auszuhalten, aber auch die Bereitschaft immer weiter zu lernen. Entrepreneure sind Kämpfer mit einer Mission, die unermüdlich ihren Weg gehen. Wenn du Inspiration suchst und von echten Entrepreneuren lernen möchtest, dann höre dir doch spontan die „Smart Entrepreneur Radio Show“ an. Dieser Podcast lässt Entrepreneure zu Wort kommen, die dir ihre Erfahrung und praktische Tipps mit auf den Weg geben können. Einfach mal ausprobieren!

Definition: Was ist Entrepreneurship?

Entrepreneur:innen prägen ein eigenes Feld innerhalb der Unternehmenswelten. Das Entrepreneurship unterscheidet sich vom gewöhnlichen Unternehmertum darin, dass es den Verfechter:innen vor allem um skalierbare Gewinne geht. Doch das alleine trifft es nicht. Moderne Definitionen von Entrepreneurship weisen auf den großen Zusammenhang hin, den Entrepreneur:innen bewusst oder unbewusst ins Auge fassen. Sie arbeiten hart an entrepreneurialen Lösungen, das heißt, unternehmerischen Ideen, die Gewohntes verändern sollen. Diese sind häufig zum Wohle der Allgemeinheit ausgelegt oder streben gar einen sozialen Wandel an. Dabei wagen ihre Vertreter:innen oft einen großen Sprung und opfern Zeit, Geld und Energie, um das hochgesteckte Ziel zu erreichen. Entrepreneure sind von ihrer Art her starke Führungspersönlichkeiten, die die Gesellschaft von ihrer Haltung profitieren lassen. Damit beantwortet sich möglicherweise deine Frage, was Social Entrepreneurship ist und was Entrepreneure dafür tun? Hier einige Antworten:

  • Sie erschaffen Arbeitsplätze und sorgen für wirtschaftliches Wachstum.
  • Sie verändern die Welt, indem sie neue Prozesse, Produkte und Dienstleistungen entwickeln oder wissenschaftliche sowie soziale Ideen und Projekte umsetzen.
  • Sie lassen die Gesellschaft teilhaben und zahlen nicht nur hohe Steuern, sondern engagieren sich für gemeinnützige Organisationen bzw. investieren Geld für Wohltätigkeitszwecke.
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Persönlichkeit eines Entrepreneurs oder einer Entrepreneurin

Entrepreneure oder Entrepreneurinnen haben oft einen ganzheitlichen Blick auf die Welt und obwohl sie häufig dominante Persönlichkeiten sind, prägen sie das soziale Entrepreneurship auf ihre ganz persönliche Weise. Denk nur an die Bill-Gates-Stiftung, die sich weltweit um Gesundheitsversorgung und Zugang zu Bildung und Informationstechnologie kümmert.

Ausrichtungen innerhalb des Entrepreneurship

So vielseitig wie Menschen sind, sind es auch Entrepreneure, die ihr Unternehmertum in unterschiedlichen Bereichen und auf unterschiedliche Weise ausdrücken. Hier einige Beispiele:

High-Tech-Entrepreneurship

Hier geht es Gründer:innen um Investitionen und Vermarktung von Technik mit hohem Investitionsgrad. Heute unterstützen Förderprogramme Konzepte dieser Art.

Social Entrepreneurship

Mit kreativen Lösungen kümmern sich Entrepreneure oder Entrepreneurinnen um die medizinischen und sozialen Probleme der Welt, nicht zuletzt deshalb, weil sich hier große Märkte erobern lassen.

Serial Entrepreneurship

Mehrfach- oder Seriengründer:innen sind hier aktiv. Sie arbeiten entweder ein Gründungsprojekt nach dem anderen ab oder engagieren sich gleichzeitig für diverse Geschäftsmodelle. Sie betrachten dabei nicht den pekunären Einzelerfolg, sondern den der gesamten Aktivität.

Intrapreneurship

Bei dieser Form des Unternehmertums geht es darum, dass du dich als Mitarbeiter:in einer Firma so verhalten kannst, als würdest du selbst Unternehmer:in sein. Dabei kommen deine frischen Denkansätze den eigentlichen Firmeneignern:in zugute und du als Interapreneur:in kannst beispielsweise risikofrei die Leitung einer Tochterfirma übernehmen.

Ecopreneurship

Umweltschutz steht bei dieser Form der Unternehmerschaft im Vordergrund. Geschäftstüchtige Entrepreneure oder Entrepreneurinnen setzen ihre Ideen mit hohem Innovationsgrad ein, um ökonomische Marktnischen zu befriedigen oder die Fehler bislang gescheiterter Geschäftsideen auszumerzen.

Entrepreneur:in werden: Welches Mindset gehört dazu?

Um ein Entrepreneur:in zu werden, kannst du keine Prüfung ablegen. Im Idealfall bringst du jedoch eine bestimmte Haltung bzw. Denkweise mit, die dich als angehende:n Unternehmer:in unterstützt, wenn du dein Geschäftsmodell umsetzt. Als belastbare:n Entrepreneur:in hilft es dir, wenn dein Mindset, also deine Einstellung zum Leben und deine Mentalität, so aufgestellt sind, dass du dir vieles zutraust und du auch negative Erfahrungen schnell verkraftest. Denn wie Menschen mit Niederlagen umgehen, sagt etwas über ihre Fähigkeit aus, aufzugeben oder sich unbeeindruckt neuen Herausforderungen zu stellen. Psycholog:innen unterscheiden in diesem Zusammenhang zwei Formen von Mindsets, die auf Entrepreneur- Eigenschaften oder Skills – wie es auf Englisch heißt – schließen lassen. Hier ein Überblick:

Das Fixed Mindset

Hier geht es um ein eher unflexibles Verhalten und bringt Menschen dazu, leichter aufzugeben. Sie zweifeln schnell an ihren Fähigkeiten, wenn sie scheitern und ziehen sich zurück.

Das Growth Mindset

Hier steht das Prinzip „Wachsen“ im Vordergrund. Menschen mit dieser Ausrichtung glauben fest daran, alles erreichen zu können, so lange sie bereit sind, zu lernen und genügend Einsatz für ihre Aufgaben einzubringen.

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Mindset entscheidend für deinen Erfolg

Das Mindset, das du als Gründer:in mitbringst, ist für dein persönliches Wachstum entscheidend. Je nachdem wie es um deinen entrepreneurial Spirit bestellt ist, beschränkst du dich selbst oder erlernst immer weiter neue Skills und Tools in deinem Berufsleben. Achte also auf dein Mindset!

Warum Entrepreneur:in werden?

Kennst du die Aussage „Jede:r Entrepreneur:in ist ein:e Unternehmer:in, doch nicht jede:r Unternehmer:in ist ein:e Entrepreneur:in“? Als Entrepreneur:in besitzt du jenes Mindset, das auf Wachstum ausgelegt ist und nimmst hierfür überdurchschnittlich hohes Risiko und Arbeitsbelastung auf dich. Selbstständig arbeiten möchten viele Zeitgenossen, doch nur wenige sind bereit große Verantwortung zu tragen und sich selbst und ständig einzubringen. Wenn du dich in folgender Beschreibung wiederfindest, weißt du, weshalb du Entrepreneur:in bist:

  • Du möchtest die Welt verändern oder sie zumindest mithilfe deiner Gründungsidee ein wenig besser, bunter oder professtioneller ausstatten.
  • Du willst dein eigener Chef sein und brauchst deine unbedingte kreative Freiheit, die dich eigene Konzepte ersinnen und umsetzen lässt.
  • Du strebst nach flexiblen Arbeitszeiten oder möchtest ortsunabhängig arbeiten, damit du dein Business von jedem Platz der Welt aus betreiben kannst.
  • Du bist risikobereit und nimmst auch finanziell einiges auf dich, um selbst Arbeitsplätze, Produkte bzw. Dienstleistungen zu erschaffen. Dabei scheust du keine Mühe und empfindest keine Angst.
  • Du passt nicht in ein vorgefertigtes Firmenumfeld, weil du dich dort in deinem Wachstum eingeschränkt siehst. Oft stehen die fremde Regelwerke im Weg und du bist nicht bereit, dich diesen zu fügen. Lieber erschaffst du deine eigenen.
  • Du bist ehrgeizig und neugierig. Du liebst es, schwierige Ziele zu erreichen und lotest scheinbare Grenzen immer neu aus. Deine Experimentierfreude lässt dich an Problemen wachsen.

Auch Entrepreneure oder Entrepreneurinnen brauchen einen Plan

Selbst wenn du jetzt motiviert bist und dich selbst bzw. dein Mindset auf den Prüfstand gehoben hast, gibt es noch einige praktische Überlegungen, die du auch als angehende:r Entrepreneur:in anstellen solltest. Manches mag für dich ganz selbstverständlich erscheinen, trotzdem lohnt es sich innezuhalten und sich einen Fahrplan zurechtzulegen:

  • Benenne und fokussiere dein Ziel: Lass dich nicht ablenken und bleibe unbeeindruckt, auch wenn sich Probleme ergeben sollten.
  • Sammle Wissen und Tipps: Wissen ist Mittel zum Erfolg. Ohne aktuelle und korrekte Informationen kommst du nicht voran bzw. kannst du keine richtigen Entscheidungen treffen. Diese Aussage unterstützte schon der internationale Management-Pro Peter F. Drucker, der sich sein Leben lang mit der Bedeutung von Wissensarbeit im Management beschäftigte. Setze deshalb auf Markt- und Zielgruppenanalyse und erstelle einen aussagekräftigen Businessplan.
  • Lerne und handle möglichst schnell: Je besser dein Zeitmanagement, desto schneller wirst du die Marktreife deines Produktes oder deiner Dienstleistung erreichen. Tempo ist auch gefragt, wenn es um veränderte Situationen mit Blick auf Markt oder Kunden geht. Denn es ist besser zu agieren, als zu reagieren.
  • Lege Wert auf Kommunikation: Menschen und ihre Sicht auf die Dinge bringen dich weiter. Lerne von ihnen, beziehe sie ein, indem du sie um Rat fragst und pflege dein Netzwerk. Nur so kannst du ein:e erfolgreiche:r Entrepreneur:in werden. Denn wer dich und deine Vision nicht kennt, kann dich nicht unterstützen.
  • Lass dich nicht unterkriegen: Selbstbewusstes Auftreten gehört zu einem Unternehmer oder einer Unternehmerin. Das zeigt sich auch im Umgang mit Förderbanken oder privaten Investor:innen. Du musst von deiner Idee überzeugt sein, um Kreditgeber:innen mitzureißen.
  • Erstelle einen Finanzplan: Als Entrepreneur:in musst du alles im Blick haben und wissen wie deine finanziellen Möglichkeiten aussehen und was du z. B. bei Gründung oder später, wenn du expandierst, an Kapital nötig hast.

Entrepreneurship als Studium

Unternehmer:innen sowie Expert:innen aus der Wirtschaft teilen die Meinung, dass Unternehmergeist nicht typabhängig, sondern zumindest teilweise erlernbar ist. Die Entwicklung in deutschen Hochschulen gibt dieser Auffassung Recht, denn Entrepreneurship-Studiengänge gibt es mittlerweile an großen sowie an mittelgroßen Universitäten. Sie unterscheiden sich von üblichen BWL-Studiengängen, weil sie nicht nur auf die Führung eines bereits existierenden Unternehmens setzen, sondern auf Ideenentwicklung sowie auf Innovation. Studiengänge des Fachbereichs Entrepreneurship unterscheiden sich teilweise in ihren Schwerpunkten und im Aufbau. Es gibt sie als Vollzeit- und auch als Teilzeit-Studium. Wenn du bereits einen Bachelor z. B. in BWL gemacht hast, kannst du deinen Master für Innovationsmanagement und Entrepreneurship ergänzen. Für die Wahl des richtigen Studiengangs könnte folgende persönliche Interessenslage Voraussetzung sein:

  • Liebst du Zahlen, organisierst du gerne und siehst dich eher als Manager:in, dann wirst du vermutlich eher mit einem BWL-lastigen Entrepreneuer-Studium glücklich.
  • Anders sieht es auch, wenn dein Interesse eine Expertise für Unternehmenssteuerung und Innovationsmanagement gilt. Hier bieten sich zahlreiche Entrepreneur-Aufbaustudiengänge an.
  • Wenn du eher praxisnahe Studiengänge bevorzugst, die es erlauben, dass du deine Kreativität voll miteinbringst, solltest du dich vorab bei den diversen Entrepreneur-Professuren in Deutschland informieren.
  • Einen kreativen Ansatz bietet zudem „Entrepreneurship Hub“, eine gemeinsame Einrichtung der Ostralia Hochschule und der TU Braunschweig. In Form von Forschungen, Projekten sowie Lehrveranstaltungen vermitteln sie Fachwissen und Methoden zur Geschäftsmodell-Innovation und begleiten junge Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Fakt ist: Laut dem Global Entrepreneurship Monitor, einer weltweit angelegten Datenquelle, nehmen Gründungen gerade in der Altersstufe der Young Professionals weltweit erheblich zu. Experten des RKW-Kompetenzzentrums sowie des Leibniz-Instituts werten mithilfe dieser Daten unter anderem aus, inwiefern sich Entrepreneur-Kompetenzen in der Praxis auswirken und in welchem Umfang sie die Handlungsweisen potenzieller Gründer beeinflussen. Auch der Länderbericht Deutschland kann für dich als angehenden Gründer Orientierung bieten. Zu diesen Themenkreisen bietet das Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW) Vorträge und Seminare für Gründer in Deutschland an.

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