Existenzgründungsberatung: Hier findest du Hilfe

Du hast eine tolle Idee für ein Business und überlegst, dich mit dieser Geschäftsidee selbständig zu machen? Sicher hast du dann auch etliche Fragen im Kopf, denn Unternehmer zu sein, ist für dich völlig neu, oder? LEXROCKET zeigt dir auf, welche Fragen sich Gründer meistens stellen und wo du in Form einer Existenzgründungsberatung Antworten auf diese bekommst.

Zentrale Fragen für Existenzgründer

Frage dich bitte zuallererst, ob du ein Entrepreneur, also ein Unternehmertyp, bist:

  • Verfügst du über die notwendigen beruflichen Erfahrungen in fachlicher und kaufmännischer Hinsicht?
  • Wird dein Gründungsvorhaben durch deine Familie und dir wichtige Menschen ideell unterstützt und mitgetragen?
  • Kannst du dein Geschäftsmodell so darstellen bzw. erläutern, dass auch Skeptiker überzeugt werden?
  • Verfügst du über finanzielle Reserven, die du kurz- und mittelfristig einsetzen kannst?
  • Bist du bereit und in der Lage, in der Gründungsphase und auch darüber hinaus, wöchentlich weit mehr als 40 Stunden zu arbeiten?
  • Wie steht es um deine Risikobereitschaft – bist du risikoavers oder risikofreudig?
  • Kannst du gut mit Stresssituationen und finanziellen Unsicherheiten umgehen, die nicht nur vorübergehender Natur sind bzw. nicht nur einmalig und kurzfristig, sondern vielleicht auch wiederholt auftreten?
  • Besitzt du Führungsqualitäten und kannst andere leicht motivieren, auch in schwierigen Situationen durchzuhalten und volle Leistung zu erbringen?

Wenn du diese Fragen positiv beantworten kannst, spricht viel dafür, dass du wichtige Unternehmer-Eigenschaften hast. Wenn du dagegen die meisten Fragen negativ beantwortest, dann ist es vielleicht besser, deine Geschäftsidee nicht durch Selbständigkeit zu verwirklichen, sondern andere Realisierungsmöglichkeiten zu finden, etwa in abhängiger Beschäftigung. Oder aber zusammen mit anderen Gründern, die du ins Boot holst, wenn du dir die Gründung und den dauerhaften Geschäftsbetrieb nicht in alleiniger Verantwortung führen willst.

Wichtige Fragen zu deinem Business und deiner Geschäftsidee

Wenn die Frage, ob du ein Unternehmertyp bist, positiv beantwortet hast, stellen sich natürlich weitere: Ist deine Business-Idee, deine Geschäftsidee, stimmig und dein Unternehmenskonzept langfristig tragfähig?

  • Welches Produkt oder welche Dienstleistung willst du anbieten und wem?
  • Hat dein Produkt oder deine Dienstleistung echte USPs, also Unique Selling Points (Alleinstellungsmerkmale), die es vorteilhafter macht gegenüber Konkurrenzprodukten?
  • Kannst du dein Produkt bei Bedarf leicht anpassen und differenzieren, wenn Nachahmer auftreten?
  • Wie gehst du damit um, wenn Wettbewerber dich durch einen Preiskampf verdrängen wollen?
  • Wie groß bzw. spitz ist die Zielgruppe und bist du in dieser bekannt bzw. vernetzt?
  • Wie gut kennst du dich in deiner Branche, deinem Markt aus?
  • Ist noch genug Platz im Markt für dein Angebot?
  • Was ist der Preis für dein Produkt oder deine Dienstleistung?
  • Bis zu welchem Preis kannst du dein Angebot absenken, um noch rentabel zu wirtschaften?
  • Bis zu welchem Preis kannst du dein Angebot anheben, sodass es gerade noch an der oberen Schwankungsgrenze des im Markt akzeptierten Preises liegt?
  • Welche Menge deines Produkts oder deiner Dienstleistung musst du in welchem Zeitraum absetzen, um von deinem Business langfristig leben zu können?
  • Wie ist deine Marketingstrategie, um dein Produkt oder deine Dienstleistung bekannt zu machen?
  • Gibt es Unterstützer, auf die du zurückgreifen kannst, die dein Produkt oder dein Angebot promoten oder dich in anderer Form in deiner Branche unterstützen können?
  • Wie steht es um deinen Standort: bist du auf einen bestimmten Standort angewiesen oder hinsichtlich der Standortwahl flexibel?

Fragen zur Finanz- und Investitionsplanung

Bist du auf eine Unternehmensfinanzierung angewiesen?

  • Wer kommt als Fremdfinanzierer oder Investor in Betracht: Banken/Kreditinstitute, Venture Capitalisten (Wagniskaptial-Investoren), Business Angels (Privatinvestoren, die auch mit ihrem unternehmerischen Knowhow unterstützen), Crowdfunder (Schwarm-Investoren)?
  • Bist du vorbereitet, deine Fremdfinanzierer oder Investoren von deiner Geschäftsidee zu überzeugen in einem „Elevator Pitch“, also binnen kürzester Zeit, z.B. in 60 Sekunden?
  • Welche Investitionen stehen in der Gründungsphase und in den zwei bis fünf Jahren danach an?
  • Bist du bei etwaiger Förderung durch einen Gründungszuschuss bei Förderungsende in der Lage, auch ohne Zuschüsse dein Business weiter zu betreiben?
  • Hast du für die Finanzierung ausreichend Puffer vorgesehen, damit du nicht bei kurz- und mittelfristig auftretenden Herausforderungen in einen Liquiditätsengpass gerätst?
  • Wie ist die Prognose für deinen Umsatz bzw. Gewinn und die Liquiditätsplanung für die nächsten drei Jahre?

Das sind natürlich längst nicht alle Fragen, sondern nur ein Ausschnitt dessen, was du im Rahmen einer Existenzgründerberatung bearbeitest. Denn diese und weitere Fragen holen dich von deinem Traum vom eigenen Business auf den Boden der Realität. Und je gründlicher du dich vorbereitest und deine Pläne hinterfragst, desto höher ist die Chance, nicht zu scheitern. Denn längst nicht jede Unternehmensgründung ist erfolgreich.

Von den vielen Existenz- bzw. Firmengründungen, die jährlich stattfinden, überstehen nur knapp 50% die kritischen ersten fünf Jahre. Das liegt oft daran, dass ein unentdeckter Informationsmangel vorlag. Es kann also vor der Gründung nicht genug Fragen geben. Mögen diese dir auch unangenehm erscheinen – sie bewahren dich vor einem möglichen Scheitern!

Gerade wenn du dich selbstständig machen willst, gilt: Gründlichkeit vor Schnelligkeit! Es gibt dabei nur wenige Ausnahmen, z.B. bei Patenten, die direkt an den Markt gebracht werden müssen, bevor Konkurrenten schneller sind. In allen anderen Fällen ist es besser, sich die Zeit zu nehmen, die nötig ist. Denn einige Dinge kannst du, wenn sie einmal entschieden sind, nicht mehr so leicht ändern bzw. nur mit hohem Aufwand. Hierzu zählt beispielsweise die Rechtsform. Ebenso sollte die Finanz- und Investitionsplanung sehr gründlich erfolgen, denn wenn du hier etwas übersiehst, gerät dein Businessplan schnell ins Wanken. All das und noch viel mehr ist Gegenstand einer Existenzgründungsberatung.

Warum solltest du für deine Firmengründung eine Beratung in Anspruch nehmen?

Du hast vermutlich noch kein eigenes Startup gegründet und solltest deshalb qualitativ hochwertige Existenzgründerberatung in Anspruch nehmen und hierfür auch genügend Zeit und Geld investieren. Denn von niemandem kannst du mehr bzw. besser lernen als von denen, die bereits einer kritischen Menge an erfolgreichen Existenzgründern beratend zur Seite gestanden haben. Die Rede ist von Gründerberatern oder Gründungscoaches. Aber Vorsicht: Im Internet wimmelt es nur so von Gründungsberatern und -Coachs – das ist leider keine geschützte Berufsbezeichnung oder ein Beruf wie beispielsweise Arzt, Architekt, Steuerberater oder Rechtsanwalt. Deshalb wähle sorgfältig aus, von wem du Rat einholst – egal, ob kostenfrei oder kostenpflichtig!

Achte auf die Kosten der Gründungsberatung, denn diese können sich extrem unterscheiden und auf die Reputation des Beraters. Denn schlechter Rat nützt dir auch dann nichts, wenn die Gründungsberatung kostenlos war. Deshalb sieh dich genau um – am besten suchst du dir nicht irgendwelche Berater oder Coaches, sondern solche, die schon erfolgreiche Existenzgründungen in deiner Branche oder branchennah vorzuweisen haben. Hilfreich sind dabei immer Kammern. In Deutschland gibt es ein ausgeprägtes Kammerwesen: Von der Industrie- und Handelskammer (für alle Gewerbe) bis hin zu berufsständischen Kammern wie der Handwerkskammer, Steuerberaterkammer, Ärztekammer, Architektenkammer usw.

Auch wenn du nicht in der sogenannten old economy tätig sein wirst, sondern in der new economy: auch und gerade für Tech-Startups, also Startups, die technische Plattformen oder Applikationen (Apps) entwickeln, wie z.B. FinTech- oder InusurTech-Startups usw., gelten Regeln, die man am besten bei berufsständischen Kammern und Vereinigungen erfährt, sofern man sie nicht ohnehin schon kennt, weil man bereits in der Branche tätig ist – im Fall der FinTech- oder InsurTech-Startups beispielsweise bereits die geltenden Vorschriften für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen genau kennt

Beratung und Kurse zur Existenzgründung

Erste Anlaufstelle für Serviceangebote zur Existenzgründung sind die örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK), die Einstiegsinformationen bieten, z. B. in Form einen Erstgespräches. Hier erfährst du, welche Förderung deiner Selbstständigkeit für dich in Betracht kommen kann. Die IHK kennt die Förderprogramme von Bund und Ländern sowie der EU. Außerdem sind für bestimmte Förderungen Stellungnahmen der IHK zum Geschäftskonzept Voraussetzung, etwa bei Arbeitslosen, die sich durch Existenzgründung selbstständig machen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit beenden wollen. Hier ist eine Beratung also unerlässlich. Außerdem bietet die IHK sogenannte Gründertage und auch Gründerseminare an. Und in der IHK Gründungsberatung kannst du deinen Businessplan mit einem IHK-Experten besprechen. Er ist auch Ansprechpartner für dich, wenn du zwecks Fremdfinanzierung ein Gespräch in einem Kreditinstitut mit einer Präsentation deines Unternehmenskonzepts vorbereiten musst. Bei der IHK sind sowohl Einzelgespräche als auch weitere Formate wie Seminare bzw. andere Veranstaltungen für Existenzgründer verfügbar.

Außer der IHK gibt es eine Vielzahl an Anbietern für kostenpflichtige Existenzgründungsberatung. In den zahlreichen Online-Portalen zur Existenzgründung sind Berater gelistet oder es wird die Kontaktherstellung angeboten. Du hast also vielfältige Auswahlmöglichkeiten, um die richtige Beratung für dich zu finden. Dabei gibt es nicht mal geografische Beschränkungen, denn Beratung kann auch telefonisch, online bzw. via Chat stattfinden. Und im Zweifel ist es besser, einen Berater zu beauftragen, der zwar nicht an deinem Wohnort tätig, aber dafür in deiner Branche spezialisiert ist.

Muss ich mich vor einer Existenzgründung zwingend beraten lassen?

Es gibt kein Gesetz bzw. keine Rechtsnorm, die eine zwingende Beratung vor dem Start der Selbstständigkeit verlangt. Überhaupt gibt es keinen gesetzlichen Rahmen für Existenzgründungen: Jeder kann zu jederzeit ein Unternehmen gründen und sich selbstständig machen. Wer aber staatliche Förderung bzw. Zuschüsse z.B. durch das Arbeitsamt für seine Existenzgründung in Anspruch nehmen will, der muss nachweisen, dass er eine fachliche und persönliche Eignung besitzt, um als Selbständiger langfristig erfolgreich tätig zu sein. Und den Nachweis über den Erwerb z.B. unternehmerischer und kaufmännischer Fähigkeiten lässt sich erbringen durch die Inanspruchnahme einer Existenzgründungsberatung.

Wenn du weder auf staatliche finanzielle Förderung deiner Existenzgründung noch auf Fremdfinanzierung durch Banken oder andere Fremdfinanzierer angewiesen bist und über hervorragendes Know-How zur Existenzgründung verfügst, brauchst du dich natürlich nicht beraten zu lassen. Empfehlenswert ist die Gründungsberatung gleichwohl – denn Fehler, die andere Existenzgründer gemacht haben, kannst du umschiffen, wenn dich ein Gründungsberater entsprechend aufklärt und berät.

Bei welchen Schritten der Existenzgründung begleiten Gründungsberater?

Existenzgründerberater können dich in deiner persönlichen und deiner fachlichen Entwicklung beim Start in die Selbstständigkeit und der Unternehmensgründung durch eine Beratung unterstützen:

Skill-Training:

  • Potenzialanalyse
  • unternehmerisches Denken und Handeln
  • Weitblick und Zielesetzung
  • Selbstmanagement
  • Leistungsmotivation (auch bei Rückschlägen & Misserfolgen)
  • Gesprächstraining (z.B. für Gespräch mit Bank/ Fremdfinanzierer/ Business Angel oder den „Elevator Pitch“)
  • Work-Live-Balance

Entwicklung und Förderung von Fachkompetenz

  • betriebswirtschaftliches Grundwissen (Standort-, Rechtsformwahl, Unternehmensfinanzierung, Betriebsabläufe, Rechnungswesen/Controlling, Vertrieb/Marketing, Personal)
  • Gründungsidee zum Geschäftsmodell entwickeln bis zum Proof of Concept (PoC), also einem Beleg für die Machbarkeit deines Vorhabens
  • Gründungsfinanzierung
  • Projektmanagement, agiles Arbeiten (d.h. agile Methoden anzuwenden, um schnell auf wechselnde Anforderungen die Herstellungsprozesse, Produkte bzw. Dienstleistungen flexibel anpassen zu können)

Gründerberater können dich sowohl in der Phase vor der Gründung als auch danach beraten. Gerade wenn du schon gegründet hast, kann ein Coach hilfreich sein. Wenn erste Hürden auftauchen, die du erfolgreich meistern musst, ist der Rat eines erfahrenen Gründercoaches besonders gefragt.

Schließlich helfen dir Gründerberater auch bei ganz praktischen Fragen zur Existenzgründung, wie z. B.:

  • „Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Existenzgründer allgemein und speziell in meinem Bundesland?“
  • „Wo und innerhalb welcher Frist muss ich welchen Antrag stellen?“
  • „Welche Genehmigungen, Zulassungen oder sonstigen Nachweise benötige ich?“
  • „Wie kann ich einen Businessplan erstellen?“

Antworten auf diese und viele weitere Fragen allgemeiner Natur kann vermutlich jeder Gründerberater beantworten. Aber du wirst vielleicht auch sehr spezielle Fragen haben, die markt- bzw. branchenspezifisch beantwortet werden müssen. Dann geht es um

  • Strategieberatung mit Marktanalyse und Research
  • Geschäftsfeldstrategie
  • Innovationsmanagement
  • Digitalisierung
  • Data Analytics usw.

Achte bei der Auswahl eines Gründerberaters oder -coaches deshalb darauf, dass dieser eine kritische Masse an erfolgreichen Existenzgründungsberatungen vorweisen kann – idealerweise in deiner Branche. Vor einer Beauftragung solltest du in jedem Fall die Zielsetzung und Vorgehensweise abstimmen, die auf deinen konkret-individuellen Fall abgestimmt sein muss.

Existenzgründungsberatung: Wie kann der Steuerberater unterstützen?

Vor und während der Gründungsphase kann der Steuerberater beispielsweise unterstützen bei:

  • Prüfung der Geschäftsidee und Hilfe beim Businessplan
  • Beratung bei der Rechtsformwahl und bei Finanzierungsfragen
  • Übersicht über künftig anfallende Steuern und deren Fristen
  • Erstellung der Eröffnungsbilanz nach Gründung

Nach der Gründungsphase können dich folgende Leistungen eines Steuerberaters entlasten:

  • Finanz- und Lohnbuchhaltung
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung
  • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA)
  • Erstellung von Steuererklärung, Jahresabschluss, Bilanz (je nach Rechtsform)
  • Unterstützung bei Betriebsprüfung

Darüber hinaus kann ein Steuerberater durch gestaltende Beratung, also der Minimierung der Steuerlast bzw. der Steueroptimierung, einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg deines Startups leisten. Bevor du eine betriebliche oder private Grundsatzentscheidung triffst, holst du dir den objektiven Rat deines Steuerberaters ein. Und erfährst dabei auch, welche innovativen Unternehmensfinanzierungen möglich sind. Schließlich wird dein Steuerberater auch Betriebsprüfungen begleiten, die früher oder später bei dir stattfinden werden. Und im Fall der Fälle legt er Widerspruch gegen Steuerbescheide ein und vertritt dich in Klagen vor den Finanzgerichten.

Den passenden Steuerberater finden

Da die Zusammenarbeit auf Dauer ausgelegt sein sollte, ist es wichtig, schon in der Gründungsphase einen Steuerberater zu finden, der fachlich versiert, im Umgang mit dem Mandanten angenehm ist und deine Existenzgründung vom ersten Schritt an begleitet. Es ist gut möglich, dass ein Steuerberater gar kein so hohes Beratungshonorar für die Existenzgründungsberatung verlangt oder sogar ein kostenfreies Erstgespräch gewährt, weil für ihn die Aussicht auf eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dir lukrativer ist als ein einmaliges Beratungshonorar. Deshalb ist es sinnvoll, wenn du mit mehreren Steuerberatern für ein kostenfreies Erstgespräch Kontakt aufnimmst (anstatt mit nur einem) und so zugleich herausfindest, mit wem du gut zusammenarbeiten könntest. Mit der Steuerberatersuche von LEXROCKET findest du ganz einfach einen Überblick von Partnern in deiner Nähe.

Wie helfen Gründungsberater bei der Existenzgründung in Sachen Fördergelder?

In jedem Bundesland gibt es Förderprogramme für Existenzgründer: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Berlin haben die meisten Programme und Förderungen. Gründungsberater prüfen, ob und welche für dein Vorhaben in Frage kommen und beraten dich, wie du sie beantragst. Oftmals sind für deren Beantragung auch Stellungnahmen erforderlich, z.B. für den Gründungszuschuss des Arbeitsamtes für Bezieher von Arbeitslosengeld I. Diese Förderung setzt eine Tragfähigkeitsbescheinigung einer sog. „Fachkundigen Stelle“ voraus. Gründerberater oder -coaches können dich dabei unterstützen, deine Unterlagen so zu optimieren, dass dein Businessplan die IHK als fachkundige Stelle überzeugt, dir eine Tragfähigkeitsbescheinigung auszustellen.

Das passende Förderprogramm finden

Auch gibt es Gründerplattformen, die einen sogenannten Fördercheck anbieten, bei dem du Angaben in ein Online-Formular einträgst und dann unter deiner angegebenen Telefonnummer angerufen und über Fördermöglichkeiten informiert wirst. Noch einfacher geht es mit dem Fördermittel-Finder von LEXROCKET: Du gibst deine Rahmendaten ein und erhältst am Ende einen Überblick über alle Förderprogramme, die für dein Vorhaben infrage kommen.

Auswahl deines Gründungsberaters

Bei der Auswahl deines Gründungsberaters solltest du darauf achten, dass der nicht nur auf Fremdfinanzierung ausgerichtet ist, z.B. die Vermittlung von Förderkrediten. Er sollte vielmehr die vielfältigen Fördermöglichkeiten von Bund, Ländern und EU in seinem Beratungsportfolio haben. Denn auch bei staatlich geförderten Krediten, z.B. durch die KfW-Bank, musst du das geliehene Geld zurückzahlen – mögen die Zinsen hierfür auch noch so günstig sein, es bleibt ein Darlehen! Zuerst solltest du aber mit einem Gründerberater prüfen, welche Fördermittel für dich in Frage kommen und die Fremdfinanzierung als weiteren Schritt betrachten.

Gründungsberatung durch Rechtsanwälte, Steuerberater oder Gründungsberater: Wo soll ich hingehen?

Ob für dich eine Gründungsberatung bei Rechtsanwälten oder Steuer- oder Gründungsberatern passend ist, hängt von deinem Beratungsbedarf ab.

Wenn du für deine Existenzgründung beispielsweise Verträge benötigst, etwa

  • einen Gesellschaftsvertrag (in Abhängigkeit von der Rechtsform)
  • einen Arbeitsvertrag für feste Mitarbeiter bzw. einen Vertrag für freie Mitarbeiter/Freelancer oder einen Minijobvertrag
  • Mietverträge wie z.B. einen Gewerbemietvertrag (für dein Büro) oder einen Gerätemietvertrag (z.B. für Hardware oder Produktionsmaschinen)
  • einen Vertrag zur Erstellung für deine Webseiten bzw. deinen Online-Shop
  • einen Lizenzvertrag
  • einen Franchisevertrag
  • einen Subunternehmervertrag
  • einen NDA, d.h. eine Vertraulichkeitserklärung, die du mit Vertragspartnern bzw. Auftraggebern abschließt
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), z.B. für deinen Online-Shop

dann bist du beim Rechtsanwalt richtig. Dasselbe gilt, wenn du für dein hinsichtlich der Rechtsformen für Unternehmen beraten werden möchtest: Auch hier sind Rechtsanwälte die erste Adresse. Zwar können Steuerberater ebenfalls Empfehlungen für die Wahl der Unternehmensform geben und genauso wie sogenannte Gründerberater. Aber der „Goldstandard“ kommt hier von der Berufsgruppe der Anwälte. Sie nehmen außerdem nicht nur die Gründung ins Visier ihrer Beratung, sondern den gesamten Lebenszyklus: Wann z.B. eine Rechtsform geändert werden soll, wie die Modalitäten und Kosten dazu sind – hierzu wird ein Gründerberater sehr viel weniger sagen können als ein Rechtsanwalt, der vielleicht sogar „Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht“ ist. Das Gesellschaftsrecht umfasst die rechtlichen Beziehungen zwischen Geschäfts- und Kaufleuten, von der Gründung einer Gesellschaft über deren mögliche Umwandlung (in eine andere Rechtsform) bis hin zu deren Auflösung (Liquidation). Das Handelsrecht ist das Recht der Kaufleute.

Unser Tipp

Auf spezialisierten Anwalt setzen

Wenn du dich für die Gründungsberatung durch einen Anwalt entscheidest, dann achte darauf, dass du einen Anwalt beauftragst, der entsprechend spezialisiert ist. Denn so wie du Schmerzen am Knie auch nicht vom Augenarzt, sondern vom Orthopäden behandeln lässt, so solltest du eine Existenzgründungsberatung nicht von einem Anwalt einholen, dessen Mandate beispielsweise im Miet-, Familien- oder Erbrecht liegen.

Steuerberater in diesen Fällen der richtige Ansprechpartner

Bei folgenden Themen ist ein Steuerberater mit großem Mandantenstamm an Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) für dich der beste Ansprechpartner:

a) während der Gründungsphase

  • gründungsbezogene Beratung (z.B. Rechtsform, Businessplan, Finanzierungsmöglichkeiten)

b) nach erfolgter Gründung

  • Ansetzen von Steuervorauszahlungen
  • Ordnungsgemäße Buchführung sowie Verwaltung von Belegen
  • Externes Controlling
  • Lohn- und Finanzbuchhaltung
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen
  • Erstellen von Abschlüssen und Steuererklärungen
  • Unterstützung und Begleitung bei Betriebsprüfungen
  • Steuergestaltung und -optimierung

Hier siehst du den großen Unterschied zwischen dem Beratungsbedarf beim Rechtsanwalt im Vergleich zu dem beim Steuerberater: Anwaltliche Hilfe ist hauptsächlich in der Gründungsphase gefragt. Wenn im laufenden Betrieb keine nennenswerten Probleme auftreten, ist ein Rechtsanwalt entbehrlich. Ganz anders beim Steuerberater: Dessen Beratung ist viel wichtiger sind die Dienstleistungen nach der Gründung, also im Unternehmensalltag.

Hier gilt es einerseits, eine steueroptimale Gestaltung hinzubekommen. Andererseits unterstützt der Steuerberater im Tagesgeschäft, weil du ihm z. B. die Lohn- und Gehaltsabrechnung, Lohn- und Finanzbuchhaltung und das externe Controlling übertragen kannst. Steuerberater unterstützen also nicht nur bei Abgabe der Steuererklärungen, sondern dauerhaft im gesamten Kalenderjahr. Ihre Dienst- und Beratungsleistungen sind also während der gesamten Lebensdauer deiner selbstständigen Existenz gefragt.

Infos zu Dienstleistungen von Rechtsanwälten

Die oft angebotene Anmeldung zum Handelsregister brauchst du nicht – die bewirkt der Notar für dich. Hierzu ist kein Anwalt nötig. Den Notar für die Beurkundung kannst du selbst aussuchen und benötigst dazu keinen Anwalt. Um den formalen Gründungsakt zu bewirken, bist du also wirklich nicht auf einen Rechtsanwalt angewiesen. Anderes gilt nur, wenn du im Vorfeld beispielsweise zur Rechtsform beraten werden willst. Dann bist du beim Anwalt oder beim Steuerberater an der richtigen Adresse. Wenn du – je nach Rechtsform – zum Gesellschaftsvertrag rechtlich beraten werden willst – dann ist ein Anwalt unentbehrlich. Denn der Notar beurkundet nur den Gesellschaftsvertrag, den du zuvor, sofern es mehrere Gesellschafter gibt, mit diesen abgestimmt hast, sodass im Beurkundungstermin keine Fragen über einzelne Regelungen mehr bestehen.

Wann empfiehlt sich eine Existenzgründungsberatung durch Gründungsberater bzw. Gründercoaches?

Eine Beratung oder/und ein Existenzgründer-Coaching sind dann empfehlenswert, wenn:

  • du dein Mindset für die Selbstständigkeit entwickeln willst und noch keine Klarheit hast, ob du ein Unternehmertyp bist.
  • du ein Coaching brauchst, also eine prozessorientierte Beratung, in der deine Stärken und Fähigkeiten im Hinblick auf deine Selbstständigkeit herausgearbeitet werden, um sie für deine Tätigkeit als Entrepreneur nachhaltig und erfolgreich nutzbar zu machen.
  • du noch deine Geschäftsidee finden musst und hierbei Hilfe benötigst, um gemeinsam aus einer Idee ein Geschäftsmodell zu entwickeln.
  • du spezielles Branchen-Knowhow bzw. Insiderwissen für deinen Zielmarkt benötigst (über das in der Regel weder Rechtsanwälte noch Steuerberater verfügen), etwa weil du ein Startup gründen willst, dass nicht alltäglich und deshalb spezielle Expertise vonnöten ist (z.B. bei einem Tech-Startup).
  • du Hilfe und professionelle Unterstützung bei der Erstellung oder Prüfung des Businessplans (inkl. aller dazugehörigen Unterlagen) haben möchtest.
  • du dich auf das Gespräch mit deiner Bank bzw. deinem Fremdfinanzierer (z.B. Business Angel) vorbereiten willst.

Eine Existenzgründungsberatung durch Gründungsberater bzw. –coaches ist also hilfreich, wenn du eine Analyse deiner IST-Situation einschließlich der Beleuchtung deiner persönlichen Situation durch einen professionellen Außenstehenden sowie ein Skillset-Training benötigst. All das bekommst du nicht von Anwälten oder Steuerberatern. Rechtsanwälte und Steuerberater sind Sachverhalts- bzw. Zahlen-Daten-Fakten-orientiert und haben in ihrer akademischen Ausbildung weder (systemisches) Coaching gelernt noch diesbezügliche Methodenkompetenz erworben.

Deshalb ist für die Entwicklung deines Mindsets und deiner Skills für Selbstständigkeit, also einer Unternehmer-Mentalität mit den persönlichen Eigenschaften eines Entrepreneurs, der Gründungsberater bzw. -coach die erste Adresse. Auch wenn es um Strategieberatung in einer speziellen Branche bzw. einem sehr speziellen Markt geht, ist ein erfahrener und spezialisierter Gründerberater die erste Adresse und nicht Rechtsanwälte oder Steuerberater. Gleiches gilt für die Strategieberatung.

Fazit: Beratung vor Gründung hilft dir zum Erfolg

Wer noch nie ein Startup gegründet hat, der verschenkt eine Chance, wenn er keine Existenzgründungsberatung in Anspruch nimmt. Du weißt jetzt, dass sich hier viele Anbieter tummeln: Rechtsanwälte, Steuerberater, Gründerberater oder –coaches. Alle wollen Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit kostenpflichtig begleiten. Dass es für Basisinformationen auch ohne große Beraterhonorare geht, weißt du jetzt ebenfalls. Bei den Industrie- und Handelskammern kannst du dich unverbindlich beraten lassen bzw. Erstinformationen sammeln, bevor du dann gezielt anderswo kostenpflichtige Beratungsangebote annimmst. Wenn du dich fachlich-persönlich weiter entwickeln willst, dann buche einen Gründerberater oder -coach. Ebenso, wenn du Unterstützung bei der Erstellung des Businessplans haben möchtest oder schlichtweg deine Geschäftsidee durch einen versierten Experten prüfen lassen möchtest. Der erfolgreiche Weg in die Selbstständigkeit ist teilweise steinig – mit Existenzgründerseminaren und professioneller, individuell auf deinen Fall zugeschnittener Gründerberatung bekommst du aber die Steine aus dem Weg geräumt.

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