Gescheiterte Geschäftsideen als Ansporn weiterzumachen

Wer sich selbstständig macht und sein eigenes Unternehmen gründet, brennt für sein Geschäftsmodell und will Erfolg damit haben. Doch was geschieht eigentlich, wenn du mit deinen Geschäftsideen scheiterst? William Shakespeare hätte da gleich eine Antwort parat: „ Some falls are means the happier to arise”, was soviel heißt wie “Ein tiefer Fall führt oft zu höherem Glück“. Nutze das Wissensportal von LEXROCKET und erfahre, wie du aus Rückschlägen neue Chancen generierst. Es gibt viele Fälle von erfolgreichen Menschen, die mit ihrer Gründungsidee im ersten Anlauf gescheitert sind. Nimm dir ein Beispiel an ihnen und überwinde deine Angst!

Selbstständigkeit gescheitert: Learnings als Bonus

Tatsächlich läuft im Leben nur selten etwas perfekt. Rückschläge sind bei Existenzgründungen an der Tagesordnung. Die Frage ist dann: Kannst du als Existenzgründer:in mit Niederlagen umgehen? Und bist du bereit, aus deinen Fehlern zu lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen? Erfahrene Gründer raten dir, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern das Ziel deiner Unternehmensgründung im Auge zu behalten.

In den Wirtschaftsmetropolen der Welt machen vor allem die ultimativen Erfolgreichen von sich reden, die aus ihrem Start-up nach (ein paar) Jahren ein ganzes Imperium erschufen. Doch wusstest du, dass selbst Bill Gates am Anfang seiner Karriere scheiterte? Seine erste Gründung bzw. Geschäftsidee brachte ihm tatsächlich nur Verluste ein. Ein Fall aus großer Höhe, aber am Ende gründete er Microsoft und führte es zum Erfolg. Offensichtlich betrachtete Gates seine gescheiterten Geschäftsideen nicht als Makel, sondern lernte aus seinen Fehlern und arbeitete weiter. Das sollte auch dir Mut machen!

Wie schwierig der Weg in die Selbstständigkeit sein kann, belegen regelmäßige Statistiken, z.B. die des KfW-Gründungsmonitors. Nach circa vier bis fünf Jahren ist von ehemals zehn Gründungen in Deutschland nur noch eine im Rennen, heißt es in der Studie. Das Phänomen des Scheiterns müsste in der Gründerwelt scheinbar salonfähig geworden sein. Trotzdem wird mit der Situation fehlgeschlagener Gründungsideen in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich umgegangen.  

Natürlich solltest du, wie jede:r Unternehmer:in, der oder die mit seiner oder ihrer Selbstständigkeit gescheitert ist, zunächst die Gründe dafür beleuchten. Ebenso wichtig ist es jedoch, dass du auf die Konsequenzen deiner gescheiterten Existenzgründung blickst. In diesem Zusammenhang kommt es vor allem auf deine eigene Einstellung zum Scheitern an. Manchmal hilft der Vergleich zu anderen Jungunternehmer:innen, Startups oder Corporate Ventures, um dir die eigene Haltung bewusst zu machen.

Wie andere vor dir gefloppt sind und trotzdem nicht aufgegeben haben, erfährst du im Lexware Podcast „Flopcast“. Dort erzählen deutsche Gründer:innen ihre ganz persönlichen Stories, an welcher Stelle ihres Gründungsprozesses Probleme auftauchten, die ihre Selbstständigkeit schließlich scheitern ließen. Profitiere von ihren Erfahrungen und lerne vor allen Dingen, weshalb Scheitern hilfreich sein kann!

Häufige Fehler bei der Gründung

Startups kommen und gehen. Die Ursachen dafür scheinen vielfältig zu sein. Bei manchen gescheiterten Geschäftsideen, wie z.B. die von Franziska von Hardenberg, gefeierte Gründerin von „Bloomy Day“ kam nach einem Senkrechtstart die Pleite. Mitunter liegt es an den Personen im Team bzw. der Team-Zusammensetzung. Andere Selbstständige scheitern, weil das Geschäftsmodell nicht ausgereift bzw. der Markt zu klein war. Gründer:innen kann das Geld ausgehen oder es kommt vor, dass sich Investoren zurückziehen. Trotz eines vermeintlich guten Geschäftsmodells kannst du scheitern, weil du deine Ideen mit Blick auf die Grenzen der Finanzierung nicht schnell genug umsetzen konntest.

Folgende typische Fehler bei Gründung identifizieren Betroffene, wie z.B. Max Levchin, Mitbegründer von Paypal, häufig erst, wenn es zu spät ist:

  • Markt ist nicht vorhanden: Gründer:innen nehmen sich häufig nicht die Zeit, das Marktpotenzial mit Blick auf die eigene Geschäftsidee realistisch zu prüfen.
  • Produkt oder Dienstleistung ist nicht ausgereift: Produktion und Kalkulation stellen sich im Nachhinein als schwierig bzw. als zu teuer heraus. Die Kunden kaufen nicht.
  • Alleinstellungsmerkmal fehlt: Zu viele Mitbewerber:innen in einem spezifischen Bereich laufen dem Gründer oder der Gründerin den Rang ab.
  • Finanzplanung zeigt Mängel: Liquiditätsplanung und die wichtigen Grundlagen der Buchhaltung werden von Verantwortlichen oft vernachlässigt.
  • Gründerteam verfolgt nicht die gleichen Ziele: Uneinigkeit und Probleme in der Kommunikation führen zu Fehlentscheidungen und Verzögerungen.
Info

Geschäftsidee prüfen

Gründer wie du, die mit Feuereifer ihre Selbstständigkeit vorbereiten bzw. im schlimmsten Fall bereits damit scheiterten, sollten spätestens bei einer Neuauflage ihre Geschäftsidee intensiv prüfen. Investiere deshalb ausreichend Zeit in die Early-Bird-Phase, wenn deine Tätigkeit als Selbstständiger langfristig gelingen soll. Hinterfrage dabei stets, ob das geplante Produkt bzw. Dienstleistung tatsächlich das Interesse von Kunden bzw. einen geeigneten Markt trifft. Suche dir passende Mitstreiter und stelle ein Expertenteam zusammen, dass auf Augenhöhe die gleichen Ziele verfolgt. Nutze Beratungsangebote sowie Erfahrungen von Profis, besuche Gründerseminare und baue ein Netzwerk auf!

Existenzgründung gescheitert: Makel oder Chance?

Fehler bei der Existenzgründung kommen dich im Nachhinein oft teuer zu stehen. Im schlimmsten Fall verlierst du Geld, weil deine Selbstständigkeit gescheitert ist. Das ist zunächst einmal frustrierend und beschert dir möglicherweise große Zukunftsängste. Vielleicht ist dir dein Scheitern auch vor Freunden peinlich oder du sorgst dich um die negative Wirkung in deinem Lebenslauf. Daher entscheiden sich manche der gescheiterten Gründer, in den vermeintlich sicheren Hafen einer Anstellung zurückzukehren.

Übrigens: Schenkt man Umfragen Glauben, dann ist die Gründerquote Deutschlands vergleichsweise niedriger als z.B. in Ländern wie den USA oder Kanada. Warum das so ist, erfährst du auch im Video "Chasing the Spirit" im Folgenden. Es scheint, als würde Deutschland eine positive Fehlerkultur vermissen lassen. Laut Expert:innen drückt sich das in einer eher geringen Gründerquote aus: Demnach entscheiden sich rund 80 Prozent der Deutschen gegen die Selbstständigkeit als berufliche Option. Und das, obgleich die Voraussetzungen für Gründer in Deutschland als sehr gut bewertet werden.

Folgende Angebote für Gründer wie dich gibt es:

  • Staatliche Fördermittel
  • Zahlreiche Förderprogramme
  • Unterstützung durch Bürgschafts- und Förderbanken
  • Gründerseminare und Gründerwettbewerbe
  • Beratung durch Netzwerke, Berufsverbände und Gründermessen
  • BAFA-Förderung durch den Bund

Du siehst, gescheiterte Gründungsvorhaben sind kein Grund aufzugeben, du stehst hinterher keinesfalls allein da. Es kommt nur darauf an, wieder aufzustehen. Nutze also deine Fehler als Ansporn. Gerade das Weitermachen nach Misserfolgen zeigt, ob du ein Unternehmer bist!

Warum Scheitern ein Bonus sein kann

Es ist vorrangig die eigene Sicht, wie du deine gescheiterten Geschäftsideen bewerten möchtest. Du kannst alles unter den Teppich kehren und deinen Traum begraben. Die Alternative ist, dass du deine Fehler analysierst, Expertenrat einholst, deinen Businessplan anpasst und wieder loslegst. Vielleicht möchtest du online nochmals einen Businessplan erstellen? Dann nutze das kostenlose Tool von LEXROCKET zu deiner Unterstützung!

Wem solch ein entspannterer Umgang mit Misserfolgen gelingt, nimmt sein Scheitern nicht persönlich, sondern betrachtet es als notwendigen Schritt innerhalb eines Lernprozesses. Hinterher werden dir begangene Fehler nicht mehr unterlaufen!

Experten schätzen, dass die durchschnittliche Erfolgsquote eines zweiten Anlaufs als Selbstständiger ungewöhnlich hoch ist. Lerne also von den Profis.

Selbstständigkeit gescheitert: Was ist mit Arbeitslosengeld?

Du möchtest dich selbstständig machen und willst vorab gerne wissen, ob du als Selbstständiger Anspruch auf Arbeitslosengeld hast? Prinzipiell ist diese Frage zu verneinen. Die Pflichtversicherung nachdem gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) sieht keine Arbeitslosenversicherung für Unternehmer vor.

Es gibt allerdings zwei Ausnahmen, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld rechtfertigen:

  • Arbeitslosengeld kann dann beansprucht werden, wenn du vor deiner Selbstständigkeit als Angestellter erwerbstätig warst und währenddessen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet hast.
  • Du hast einen Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn du nach dem 1. Januar 2009 eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen hast.

Wichtig: Warst du weniger als fünf Jahre unselbständig angestellt, dann bleibt dir der Anspruch auf Arbeitslosengeld fünf Jahre lang erhalten. Warst du vor Beginn deiner Selbstständigkeit mehr als fünf Jahre angestellt tätig, steht dir ein unbefristeter Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung zu.

Info

Freiwillig versichern

Seit Januar 2009 können sich selbstständige Unternehmer freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern. Diese Entscheidung ist für acht Jahre bindend. Selbstständige können sich die Höhe der monatlichen Beiträge aussuchen. Informiere dich einfach bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft. Dort erhältst du die Anträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung.

Selbstständigkeit und Arbeitslosengeld II

Wenn dein Einkommen bzw. dein Vermögen nicht reicht, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, giltst du als hilfsbedürftig und kannst das Arbeitslosengeld II – bekannt als Harz IV – beantragen. Das gilt auch für Selbstständige, die mit ihren Geschäftsideen gescheitert sind oder deren Gewinne nicht ausreichend sind, um davon zu leben. Um das Arbeitslosengeld II zu beziehen, musst du deine Selbstständigkeit nicht aufgeben. Die Agentur für Arbeit berücksichtigt bei Antragstellung zur Berechnung der Regelleistung Folgendes:

  • deinen Netto-Gewinn
  • dein Vermögen, inklusive Versicherungen, Immobilien u.Ä.
  • Abzug eines Erwerbstätigenfreibetrags

Wenn du bezugsberechtigt bist und Arbeitslosengeld II erhältst, darfst du 165 Euro durch freiberufliche Tätigkeit hinzuverdienen. Einen höheren Gewinn zieht dir die Agentur für Arbeit vom Arbeitslosengeld wieder ab. Außerdem musst du dich kooperativ zeigen und vermittelte Jobangebote annehmen!

Fazit: Das Scheitern ist ein unverzichtbarer Faktor für den Erfolg, das sagt z.B. der deutsche Wirtschaftsweise Lars P. Feld. Nach seiner Definition funktioniert Marktwirtschaft, in dem Protagonisten mit ihren Gründungsideen auch mal scheitern und aus den Lerneffekten Gewinn ziehen. Wer also nicht wagt, gewinnt auch nicht!

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