Selbstständig machen: So gelingt der große Schritt

Du möchtest gern dein eigener Chef sein? Der Gedanke an einen 9-to-5-Job mit immer denselben Aufgaben langweilt dich? Stattdessen willst du machen, was dir liegt und wofür du brennst? Eine Option wäre, sich selbstständig zu machen. Das klingt jetzt zunächst nach einem großen Schritt. Aber wir versichern dir, mit der richtigen Planung ist die Basis für dein eigenes Unternehmen schnell gelegt. Der Weg in die Selbstständigkeit: Ein Leitfaden für Unternehmensgründer.

Selbstständig machen: Erste Schritte

Wie in so vielen Bereichen des Lebens, ist die Vorbereitung das A und O. So auch bei einer Selbstständigkeit. Bevor du jedoch gedanklich bereits deine berufliche Freiheit planst, solltest du über folgende Dinge nachdenken:

Know-how

Was sind deine Stärken, was deine Schwächen und über welches Wissen verfügst du? Gibt es etwas, was du richtig gut kannst und von dem du denkst, dass du damit das Leben anderer erleichterst? In welchen Bereichen kennst du dich nicht aus und bräuchtest Unterstützung, wenn du dich selbstständig machst? Beginne zunächst damit, dich und deine Person zu objektiv zu analysieren. Erstelle bei Bedarf eine Liste, die dir die einzelnen Faktoren übersichtlich und vor allem visuell darstellt.

Unser Tipp

Listen für den Überblick

Eine Liste wird oft belächelt. Doch sobald du deine Gedanken verschriftlichst, wirst du merken, wie die Idee in deinem Kopf automatisch konkreter wird. Und falls nicht, weißt du zumindest, wo deine Baustellen liegen.

Geschäftsidee

Ohne ein Produkt, das du verkaufst, oder eine Dienstleistung, die du anbietest, kannst du dich nicht selbstständig machen. Es müssen übrigens nicht immer vollkommen neue Ideen sein. Es spricht nichts dagegen, einen Gedanken zu verfolgen, der sich bereits über Jahre bewährt hat. Alternativ stehen dir weitere Optionen zur Verfügung:

  • Ein bestehendes und etabliertes Unternehmen übernehmen: Es gibt viele Firmeninhaber, die keinen Nachfolger haben. Sieh dich ruhig in diesem Bereich um und informiere dich, welche Möglichkeiten dir offenstehen. Weiterhin existieren Unternehmen, denen es wirtschaftlich vielleicht nicht gut geht, denen aber eine Übernahmedank deines Know-hows die Existenz retten kann. Ein Vorteil: Wenn du dich selbstständig machst, indem du in ein Unternehmen einsteigst, sparst du dir die Zeit, den Aufwand und womöglich das Geld für eine Gründungsphase.
  • In ein Franchise einsteigen: Du würdest hierbei zwar nicht das Rad neu erfinden, bekommst aber Starthilfe im großen Umfang. Du hast ein funktionierendes Produkt und die Unterstützung, die du für den Anfang benötigst. Außerdem musst du dir keine Gedanken um Marketing oder Corporate Design machen, denn das wird dir vorgegeben. Nachteil: Eine freie, individuelle Entfaltung ist natürlich nur begrenzt möglich.

Gründungsvoraussetzungen für die Selbstständigkeit

Nicht jeder hat dieselben Voraussetzungen, wenn man sich selbstständig machen will. Je nachdem, wie deine Ausgangssituation ist, gibt es für dich verschiedene Faktoren, die du berücksichtigen musst.

  • Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit: Viele Menschen entscheiden sich gegen die Unternehmensgründung, weil sie der Meinung sind, dass sie es aus der Arbeitslosigkeit heraus nicht schaffen. Davon solltest du dich aber niemals abhalten lassen, deinen Traum von der eigenen Firma zu leben. Du kannst zum Beispiel den Existenzgründungszuschuss (bei ALG 1) oder Einstiegsgeld (bei ALG2) beantragen. In beiden Fällen bekommst du finanzielle Unterstützung. Außerdem erhältst du professionelle Hilfe.
  • Selbstständig machen als Arbeitnehmer: Hier hast du die Möglichkeit, durch dein bestehendes Arbeitsverhältnis das Anfangskapitel für deine Selbstständigkeit zu erwirtschaften und dich nebenbei weiterzubilden. Andererseits: Wenn du planst, dich in Vollzeit selbstständig zu machen, ist eine Kündigung natürlich ein großer Schritt in die Unsicherheit.
  • Gründen als Student: Du befindest dich am Ende deines Studiums und weißt jetzt schon, dass du kein Arbeitnehmer, sondern lieber Arbeitgeber sein möchtest? In diesem Fall kannst du entweder nach deinem Studium gründen oder du machst es während deiner Ausbildung. In beiden Fällen gibt es mittlerweile viele Institutionen, die mit Fördermitteln eine Existenzgründung unterstützen. Informiere dich am besten bei deiner Hochschule.
  • Nebenberuflich selbstständig machen: Diese Option ist besonders dann interessant, wenn du den Schritt in die Selbstständigkeit in Vollzeit noch nicht wagen möchtest. Mit einem Nebengewerbe kannst du dich vorsichtig an die Aufgabe herantasten und hast weiterhin die Sicherheit durch dein bestehendes Arbeitsverhältnis.
Info

Achtung! Arbeitgeber informieren

Du musst deinem Arbeitgeber mitteilen, wenn du dich selbstständig machst. Dies darf keine negativen Auswirkungen auf deinen Hauptjob haben.

In welcher Form machst du dich selbstständig?

Die Voraussetzungen sind gelegt, nun stellt sich die Frage, wie genau willst du dich selbstständig machen? Es gibt nämlich unterschiedliche Formen. Willst du den Schritt in die Selbstständigkeit gehen oder als Freiberufler agieren? Jede Option hat natürlich ihre Vor- und Nachteile. Abhängig sind sie in erster Linie aber von dem, wie du als Jungunternehmer wirtschaftest.

Willst du Freiberufler sein, muss dein Beruf schriftstellerisch, künstlerisch, wissenschaftlich oder unterrichtend dein. Sobald deine Tätigkeit der Gewerbeordnung unterliegt, bist du kein Freiberufler mehr. Dann spricht man offiziell von einer Selbstständigkeit.

Die Idee steht, nun gehst du ins Detail

Du hast den Entschluss gefasst und nun steht die Frage im Raum: „Wie mache ich mich selbstständig?“. Der nächste Schritt ist es, einen Businessplan zu erstellen. In diesem konkretisierst du deine Gedanken und prüfst, ob deine Geschäftsidee überhaupt durchführbar ist. So verhinderst du gleich, dass du dich in eine Sache verrennst und die Risiken außer Acht lässt. Nimm dir für den Businessplanausreichend Zeit und formuliere jedes Detail so konkret wie möglich. Nur so schaffst du es, nicht nur deine Chancen zu erkennen, sondern auch potenzielle Baustellen direkt zu reduzieren.

In einem Businessplan solltest du auf folgende Punkte eingehen:

  • Marktanalyse
  • Zielgruppenanalyse
  • Wettbewerbsanalyse
  • Perspektiven & Strategie
  • Rechtsform
  • Standort
  • Marketing
  • Vertrieb & Produktion
  • Mitarbeiter
  • Finanzierung
  • Chancen & Risiken
Unser Tipp

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Mit lexRocket erstellst du Schritt für Schritt deinen eigenen Businessplan.Hier findest du Vorlagen, Tipps und Erklärungen. Damit kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Hol dir Unterstützung bei der Planung!

Beinahe in jeder Stadt gibt es Hilfe für Selbstständige. In den meisten Fällen werden dir fachkundige Experten zur Seite gestellt, die dir in Form von einer Beratung beim Schritt in die Selbstständigkeit zur Seite stehen.

  • Existenzgründerberatung: Bund und Kommunen bieten spezielle Beratungsstellen an, die sich auf Menschen wie dich spezialisiert haben, die sich selbstständig machen wollen.
  • Existenzgründerseminare: Vielerorts bieten Hochschulen, Arbeitsämter oder Agenturen spezielle Seminare an. Diese sind nicht nur gut, um dein Wissen zu erweitern, du kannst dir auch ein Netzwerk aufbauen.
  • Existenzgründerportal: Betrieben wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Hier findest du viele Informationen rund um die Unternehmensgründung, aber auch Anlaufstellen für Beratungen.
  • Mentoren-Systeme: Ein Beispiel hierfür wäre Business Angel. Meist handelt es sich dabei um Unternehmer, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Know-how weitergeben. Davon kannst du nur profitieren.

Selbstständig machen: Welche Kosten kommen auf dich zu?

Wenn du über das notwendige Eigenkapital verfügst, fällt dir der Gang in die Selbstständigkeit natürlich leichter. Problematischer wird es, wenn du dich selbstständig machen willst – aber ohne Eigenkapital. Denn eine Gründung ist natürlich immer eine kostspielige Angelegenheit. Was viele Jungunternehmer aber nicht wissen, ist, dass es Unterstützung und Förderung für eine Selbstständigkeit gibt. Man muss nur wissen, wo sie zu finden ist.

Finanzielle Möglichkeiten für die Unternehmensgründung

Für die Selbstständigkeit bestehen wichtige Tipps auch darin, dir zu sagen, was für Fördermittel du für eine Existenzgründung bekommen kannst. Ein eigenes Unternehmen zu gründen, besteht schließlich nicht nur aus verschiedenen Ideen. Du brauchst auch das Kapital, um diese umzusetzen.

EXIST-Gründerstipendium

Zuschuss für Studenten, die sich selbstständig machen wollen.

Gründer-Coaching

Zuschüsse für Jungunternehmer, die bereits ein Start-up gegründet haben.

INVEST-Zuschuss

Investiert ein Business Angel in dich, erhält dieser 20 Prozent seiner Förderung zurück.

KfW-Gründerkredit

Unterstützt Unternehmen, die noch keine drei Jahre bestehen mit max. 125.000 €.

Gründungszuschuss

Vorbehalten für Gründer, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen und eine eigene Firma gründen.

High-Tech-Gründerfond

Richtet sich speziell an technische Unternehmen.

Förderbanken der Bundesländer

Unterstützung zinsgünstiger Gründerkredite.

Unser Tipp

Verschenke keine Fördermittel

Mit unserem Fördermittel-Finder erhältst du einen Überblick über verschiedene Fördermöglichkeiten, die dir offenstehen. Wusstest du zum Beispiel, dass es knapp 3.000 Fördermittelprogramme gibt, die nur darauf warten, ausgeschöpft zu werden? Nein? Dann probiere unser Tool am besten direkt aus!

Der Finanzplan – Überblick über die anfallenden Kosten

Der Finanzplan ist ebenso wichtig wie der Businessplan, wenn du dich selbstständig machen willst. Denn eine Existenzgründung benötigt Kapital. Kalkuliere daher wirklich alle anfallenden Ausgaben mit ein, damit du keine böse Überraschung erlebst:

  • Kosten vor der Gründung: (zum Beispiel Weiterbildungen für dein Know-how oder Beratungskosten)
  • Kosten während der Gründung: Auch eine Anmeldung beim Gewerbeamt kostet Geld
  • Kosten nach der Gründung: Betriebskosten, Nebenkosten, Anschaffungskosten

Ein Finanzplan sagt dir frühzeitig, ob du alle Ausgaben überhaupt stemmen kannst und wie viel Kapital du kurz-, mittel- und langfristig benötigst.

Die Wahl der Rechtsform

Die Rechtsform, die du wählst, um dein Unternehmen zugründen, ist entscheidend für viele Bereiche. Zum Beispiel über die Besteuerung / Buchhaltung, die Haftung und andere Formalitäten. Es ist also sehr wichtig, dass du dir sicher bist, ob du eine GmbH, UG, AG, eine KG, ein Einzelunternehmen oder ein Kleinunternehmen gründen möchtest. Welche Optionen dir offen stehen, haben wir dir tabellarisch zusammengefasst.

Der Gang zum Amt: Bürokratische Hürden meisten

Wie bereits erwähnt, entscheidet die Rechtsform, welcher Behördendschungel nun auf dich zukommt. Selbstständig machen könnte so einfach sein, wenn der bürokratische Aufwand nicht wäre. Erste Anlaufstelle ist das Finanzamt. Hier musst du auf jeden Fall hin, um eine Steuernummer zu bekommen. Meldest du ein Gewerbe an, musst du außerdem zum Gewerbeamt, zur Berufsgenossenschaft und natürlich entweder zur Industrie- und Handelskammer oder zur Handwerkskammer. Bei einer GmbH oder UH musst du dich zudem ins Handelsregister eintragen lassen.

Sind diese Schritte getan, darfst du dich aber nicht ausruhen. Denn nun stellst sich die Frage, kannst du dich selbstständig machen ohne eine Genehmigung? Wenn nicht, solltest du dich bei deiner zuständigen Kammer darüber informieren, ob du zum Beispiele in Gesundheitszeugnis (Gastronomie) benötigst oder eine andere Gewerbeerlaubnis. Diesen Punkt darfst du nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn wirst du erwischt, dass du dich ohne Genehmigungen selbstständig gemacht hast, kann dich das hohe Bußgelder kosten.

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